In Memoriam Helmut

Es ist bekannt seit alters her:
Was einfach aussieht, ist meist schwer.
Vermutlich ist ein Tennisschlag
viel schwerer als es scheinen mag.
Und will Dir Tennis selbst gelingen,
Versuch´s mal andern beizubringen.

Um Tennis endlich gut zu lernen,
dass Deine Fans auch wirklich schwärmen,
rennst Du mit neuer Tennistasche
zur Trainerstund auf roter Asche.

Und schon hat die Bewegung Ruh:
Spät kommt der Schlag, erst hörst Du zu!
So sprach dann Helmut Jahr für Jahr
zu seiner großen Schülerschar:
„Bei Vorhand, und das muss so sein,
steht auf halb zwei Dein linkes Bein.
Der Schlag erhält die echte Reife,
beschreibt der Schlägerkopf die Schleife.

Beim Volley wir die Schleife missen,
hier wird der Ball nur knapp geslissen.
Die Rückhand, sie beginnt mit Pfiff,
als erstes wechselst Du den Griff,
und dann, das ist ein klarer Fall,
die Schlagfläche muss durch den Ball.

Der Smash weit in die Zäune geht,
wenn  man frontal zur Kugel steht.
Damit der Stop nicht zu hoch teichelt,
wird er gewickelt und gestreichelt.
Willst Du auf grade Bälle hoffen,
dann spiel die Hände einfach offen.
Bewege Dich auf flinken Sohlen,
vergiss nicht vorher auszuholen.

Das ist die ´Tennistrilogie´:
ausholen, laufen, ab in´s Knie.
Und das der Schlag auch wirklich tauge,
behalt den Ball ganz fest im Auge.
Der Aufschlag sich beschreiben lässt.
Wirf weg – und halt den Schläger fest.“

So klang ein Trainerrepertoire,
wie´s auch bei Helmut üblich war.
Doch er erfand, das ist der Clou
noch ein paar Grundsätze dazu.

Hattest Du erstmals die Rückhand getroffen,
dann konntest auf folgenden Satz Du hoffen:
„Die Rückhand war gut, ich will nicht uzen,
ich heiße Helmut, jetzt darfst Du mich duzen“

Oft sprach Helmut: „Tennis ist Plage,
spiel nicht, wie ich´s vormach,
spiel wie ich´s Dir sage.“

Auch beim Training der Senioren,
da traf rhetorisches Geschick
auf uns´re aufmerksamen Ohren.
Er sprach zu uns mit frohem Blick:
„Trotz Wackelknie und Tennisarm
hat Tennis auch im Alter Charme.
So lange Dich Dein Gegner lässt,
das rechte Handgelenk bleibt fest.“

Auch wenn man´s mir nicht glauben mag,
ich höre Helmut Tag für Tag.
Egal was wir beim Tennis treiben,
im Gedächtnis, da wird er uns immer bleiben.